Agrar-Vision darf Klimakrise nicht übersehen
Heute (19. Februar) hat die Europäische Kommission ihre Vision für die Agrarpolitik in dieser Legislaturperiode präsentiert. Während die Grünen/EFA-Fraktion manche dargelegten Vorschläge begrüßt, fehlt ein klares Bekenntnis zu Umwelt- und Klimamaßnahmen, die die zentrale Rolle der Landwirtschaft im Kampf gegen die Klimakrise unterstreichen. Außerdem fehlen wichtige Elemente, wie etwa die Deckelung von Agrarförderungen großer Unternehmen, um kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe zu stärken.
Darum hat die Grünen/EFA-Fraktion diese Woche sechs eigene Schritte für eine erfolgreiche und nachhaltige Landwirtschaft vorgestellt.
Thomas Waitz MdEP, Grünen/EFA-Koordinator im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI), kommentiert:
„Christophe Hansens Agrarpolitik-Vision besteht aus schönen Worten und vielen Ankündigungen. Aber noch vor der finalen Veröffentlichung wurde Hansens Vorschlag, den Export sowie den Import hochgefährlicher Pestizide durch die Hintertür via Lebensmittelimporten aus Drittstaaten zu beenden, schon abgeschwächt. Wir werden sehen, ob die tatsächlichen legislativen Vorschläge das Höfesterben in Europa verhindern werden und Kleinbäuerinnen und -bauern einen besseren Verdienst erlangen können.
Eine Kernforderung der Grünen bleibt weiterhin unerfüllt: Es gibt kein klares Bekenntnis, die Agrarförderungen zu deckeln und somit die kleinen und mittleren Betriebe ins Zentrum der EU-Agrarpolitik zu stellen. Auch die Umwelt- und Klimamaßnahmen im Agrarbereich bleiben vage. Dabei muss die Landwirtschaft eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Klimakrise spielen. Enttäuschend ist die Abschwächung Viele der genannten Ideen kennen wir schon aus diversen anderen Ankündigungen der Kommission. Aber wenn es ums Tun geht, dann kommt die Blockade aus Hansens eigenen Partei, der Europäischen Volkspartei und vonseiten der Agrarminister*innen.“